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Aus »Orlagau«. Gedichte 2007, Vers 19234 bis 19281

WER RECHTET MIT GOTT


Wer heillos nennt die ganze Welt,
Und dazu fehlts an Gründen nie,
Dem Schöpfer das Attest bestellt,
Sei Werk sei Pfusch und Parodie.

Daß ihm die ganze Macht gehör,
Erwägt er frech und auch verzagt,
Stehn die Gedanken im Verhör,
Bremst niemand, was die Seele wagt.

Was ist am Weltgedicht verpfuscht?
Der Mensch, der nur dem Mammon frönt.
Der Siebenschläfer asthin huscht,
Er ist mit seinem Baum versöhnt.

Auch wenn die Eule ihn zerhackt,
Er stirbt, mit Wald und Himmel eins,
Denn wenn er Nuß und Eichel packt,
Wird auch ein fremdes Schicksal seins.

Doch wer die Welt zerlegt zur Zahl
Und sie vernutzt zu Pacht und Zins,
Der macht die Weide karg und kahl
Und wird ein Stallknecht des Gewinns.

Er rechnet alles, was da lebt,
In Maßen, die der Tod gemacht,
Daß aus den Netzen, die er webt,
Zuletzt allein der Schnitter lacht.

Da alles Wirkliche zu klein
Für seinen Drang nach mehr und mehr,
Gilt alles Mühen Trug und Schein,
Gebilden, die wie Sternstaub leer.

Doch aller Witz zu konstruiern,
Was virtuell und nur medial,
Läßt ihn das Wissen nie verliern,
Daß es verfehlt und grabesschal.

Daß er darob den Himmel pön?
Der Teufel wars, der spät und früh
Ihm sprach: Ich mach dein Leben schön
Und zwar sofort und bar der Müh.

Willst du dem Schöpfer gleichen, richt
Dein Haus aus Lehm, aus Traum und Lied,
Obs auch die Böe mach zunicht,
Glaub fest, daß nichts umsonst geschieht.

So wie das Tier, von Zweifeln frei,
Ein Aug hat für die Sämerein,
Soll Welt, wie sie auch immer sei,
Dir Lebensraum und Prüfung sein.

Dies fordert mehr als alles Recht,
Das uns Papier zugute hält,
Das Leben ist genauso schlecht,
Wie wir uns traun, was uns gefällt.