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Aus »Orlagau«. Gedichte 2007, Vers 18424 bis 18471

RODABORN


Lerchenweg von Pöllnitz her,
Sprudel, den man spät benamt,
Wer da wirft den Neuzeit-Speer,
Allzugern im frühsten kramt,
Wer die Trasse steinern spannt
Von Berlin nach München schnell,
Netzt die Lippe und die Hand
Zwischendurch am Rodaquell.

Die durch Tälerdörfer lenkt
Holzlandgrüß den Orlaaun,
Muß, eh sie den Jenzig denkt,
Sich der Saale anvertraun,
Die Zisterze ufernd früh,
War dem Lobdeburger Sporn
Grabstatt, daß sie wachs und blüh,
Gab die Flut aus Rodaborn.

Bald war Roda dort zur Stadt,
Mit der Bahn im Namen auch,
Gassen eng und Kanten hat
Viel die Maid am Sandsteinbauch,
Kühle Keller leicht gekratzt,
Drein man Wein und Butter stell,
Hat den Epigon beschatzt
Das Geschürf vom Rodaquell.

Aber hie, wos Sprudeln klein,
Wars dem Menschen lang zu karg,
Erst der Motor im Verein
Mit der Baulust Nutzen barg,
Daß man Schweiß vom Auge wisch,
Eh es späh erneut nach vorn,
Lockt mit Brücke, Stuhl und Tisch
Hier das Rasthaus Rodaborn.

Lang wars schlicht und bieder auch,
Grad die gute alte Zeit,
Doch das flinkere Gefauch
Nahm auch ihm die Heimlichkeit,
Da die Spurzahl ging zur sechs,
Wich nicht nur die Buckelschwell,
Auch ein geisterndes Gewächs
Ward das Haus am Rodaquell.

War es einst Triumph-Symbol
Für Gestaltung, Arbeit, Raum,
Ist nun Schwamm und Käfern wohl
Und bemerkt wirds Modern kaum,
Das Geras ist viel zu dicht,
Das Getrieb der nackte Zorn,
Selbst bei Stau bemerkt man nicht
Den Verfall von Rodaborn.