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Aus »Das Jahr des Heils«. Gedichte 2006, Vers 15848 bis 15883

ANTLASSTAG


Der Menschensohn, dem sein Geschick
Im Ohre west und auch im Blick,
Erspürt im Garten seine Stund
Und betend blutet ihm der Mund,
Daß Vater ihm den Krug erspart,
Die Nacht, da Er verraten ward.

Die Jünger ziehen mit ihm aus,
Ein jeder läßt ihm Hof und Haus,
Sie sorgen sein mit Wein und Brot,
Sie wachen, wenn der Tag verloht,
Und ahnen kaum das Ziel der Fahrt:
Die Nacht, da Er verraten ward.

Die Armen preisen seine Hand,
Der Krüppel findet Lauf und Stand,
Wird Wasser Wein, so wird der Braut
Ein Heim der Fruchtbarkeit gebaut,
Doch seinen Taten bleibt gepaart
Die Nacht da Er verraten ward.

Dem Zöllner, dem die Juden feind,
Zum ersten Mal ein Wohl erscheint,
Und Magdalena, rings verpönt,
Sie hat gesalbt, den endlich krönt,
Da Sperberflug die Schatten schart,
Die Nacht, da Er verraten ward.

Groß Jubel aus dem Volke klang,
Da er gelehrt den Vogelsang,
Und da er die fünftausend speist,
Ist man von weit nach ihm gereist,
Doch seine Krone offenbart
Die Nacht da Er verraten ward.

Da die Apostel zeugend gehn,
Vom Sterben und vom Auferstehn,
Schuf sich das Gleichnis Maß und Stil,
In jeder Zeile klagt das Ziel,
Das Evangelium zeichnet zart
Die Nacht da Er verraten ward.