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Aus »Deutsche Passion«. Gedichte 2006, Vers 14099 bis 14150

UNTER DER LINDEN


I

Unter der Linden geborgen,
War es dem Alben das beste,
Daß du im Osterwind-Morgen
Zögest zum Bronnen der Queste.

Unter der Linden gesungen
Hast du den Bauern vom Dunkel
Fafnirs mit feurigen Lungen
Und von des Reiches Karfunkel.

Unter der Linden gesegnet,
Hat es dem Heiland gefallen,
Daß dir ein Engel begegnet,
Schwertschmied dem Dichter und allen.

Unter der Linden versprochen
Ward uns das Reich und der Mehrer,
Und bis der Bannstrahl gebrochen,
Singst du als Wahrer und Lehrer.


II

Die Linde, die wir oft umtanzt,
Im Jugendschmelz, in alter Zeit,
Der Weise, der sie einst gepflanzt,
Den Baum dem Dichter Körner weiht.

Er, früh gehegt von Schillers Rat,
Den Ruhm am Burgtheater tauscht
Dem Vaterland, der Waffentat,
Manch Kamerad den Liedern lauscht.

Er trägt die Klampfe zum Gewehr
Und fußflink folgt er Lützows Korps,
Seit Jugend singt und wandert er,
Er kommt sich wie zuhause vor.

Sein Lied die deutsche Seele hebt,
Bedräut von welscher Tyrannei,
Was er zum Ruhm des Harras webt,
Ihm selber Preis und Requiem sei.

Und kommt die Zeit, wo Dichter weich
Und träge sind, dem Schwerte fern,
So sei für Gott und unser Reich
Der Körner dir ein Morgenstern.


III

Unter Linden kann dich nicht,
Schlingen je ein Lindenwurm,
Denn wie Gottes Strafgericht
Ragt der Baum als Segensturm.

Unter Linden bist du frei,
Was der Feind auch Söldner ding,
Denn dich schützt die Himmelsdrei
Unter ihrem Schattenring.

Unter Linden wächst der Traum,
Der als Deutsche uns bestimmt,
Diese Blüten decken Raum,
Den uns kein Besatzer nimmt.

Unter Linden eint sich einst,
Christi Wein mit Odins Speer,
Und die Heimat, die du meinst,
Kommt in neuem Glanze her.