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Aus »Deutsche Passion«. Gedichte 2006, Vers 15131 bis 15154

STUPOR MUNDI


In Gold und Blut des deutschen Mittelalters,
In Chronik, Spruch, in Stein, in Pergament
Und in den Liedern Wolframs, Heinrichs, Walters
Findst du nichts, was noch mehr Erstaunen kennt

Als das der Welt, als der zum Reichstag wallte,
Der als Normannenerb in Flandern Otto schlug,
Und froh, daß er des Heilands Grab erhalte,
Den Königsthron nach Palästina trug.

Der Weisheit gab wie früher die Hellenen
Sein Regnum Weite und geweihten Hort,
Darin die Deutschen und die Sarazenen
Im Brauch sich fanden und im hohen Wort.

Und das Imperium dehnte sich zur Größe,
Daß sich der Papst dem Geld der Lombardei
Verband und jedes Fernsein, jede Blöße
Benutzte, daß ihm Schmach und Schaden sei.

Er starb gebannt, er, der nach Ausgleich strebte
Er kürte keinen Gegenpapst, befocht
Die Würde nicht, die schändlich er erlebte,
Denn Welt und Geist warn ihm wie Wachs und Docht.

Er mehrte stets und blieb dem Christentume
Bei aller Lust, die Orient lebt und liebt,
Getreulich in den Opfern und im Ruhme,
Und im Vertrauen froh, daß Gott vergibt.