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Aus »Fliederblüten«. Gedichte 1981, Vers 1049 bis 1062

CHRYSANTHEMEN


Die Sonne schien am Horizont zu wippen,
Unschlüssig, ob sie ihren Weg beschlossen,
Jedoch die Wolken, milchig prall, begossen
Ihr Taumeln noch mit schlampig süßen Lippen.

Das Schwanenweiß erglomm im Licht der Moore
Und warb um meine unentschiedne Schwebe,
Geschmückt erschien der Hirt von Rausch und Rebe,
Sein Stab schwoll an und öffnete die Tore.

Ich schritt durch seltner Räusche Sakristeien,
Wo Lust und Qual die gleichen Gifte nehmen,
Und ließ mich keiner Kostverachtung zeihen

Und litt der Lilie Finsternis und Femen
Des Löwen und wie das Gebiß von Haien
Die brüllend reife Pracht der Chrysanthemen.