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Aus »Fliederblüten«. Gedichte 1981, Vers 1021 bis 1034

GANYMEDES


Er schwieg sich nackt in seinen Knabentraum,
Sandalenleicht – sein Schlaf und veilchenblau,
Doch ehrsuchtbleich umwand ein kühles Grau
Bereits den Hain und seiner Kleider Saum.

Der Flammenschein des Feuers am Verlöschen
Schlug gegen eine unsichtbare Wand,
Doch nichts erhob die schöne weiße Hand,
Ein Loch in den erwachten Wall zu brechen.

Der Himmel lag mit leicht verkrampftem Schauen
Und phallischer Begier in dunklem Rot
Und übergoß ihn zart mit Rosenduft.

Die Wimpern fielen leicht, und seine Luft
Ging ruhig. Nichts verriet die schweren Klauen
Und nichts die leise, rauschzerklirrte Not.