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Aus »Fliederblüten«. Gedichte 1981, Vers 25 bis 44

BEI MEUSEBACH


Um Augen, die verwunschen blau,
In Wehmut blind erschlafft,
Wirbt goldner Dolden Blüten-Au
Verspielt am schlanken Schaft.

Und Tau, von einem Blatt geschenkt,
Den ich getrunken hab,
Eröffnet mir, in Schau versenkt,
Entschwundner Jahre Grab.

Ein Traum, der süß verwegnes Weh
Im Atem, schwer, verheißt,
Verströmt in Bildern, die ich seh,
Bis mir der Film zerreißt.

Vielleicht, daß die erwachte Gier
Die Bilder überkam,
Da schwaches Blut, zu lange hier,
Die frühe Unschuld nahm.

So hör ich, was die Blüte spricht,
Nicht mehr und laufe bang
Aus ihrem Reich, doch mein Gedicht
Trägt ihren Duft noch lang.