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Aus »Fliederblüten«. Gedichte 1981, Vers 1 bis 24

AM BUCHNUSSBERG


Gespenstisch greller Blitz verzuckt
Im Heiligtum der Nacht,
Und weiche Schatten stehn geduckt
In alter Buchen Pracht,
Der Bach, der kein Vergessen bringt,
Wenn er vom Neubeginnen singt,
Hat wie der Traum, den er durchdringt,
Das alte Leid entfacht.

Gelassen steht die Felsenwand,
Auf ihrer Linien Bild
Liegt die verliebt verspielte Hand,
Doch durch der Wipfel Schild
Bricht Tag, der sie nicht duldet, an,
Ich hob den Blick, zerbrach daran,
Daß nichts, was nachts bedeuten kann,
Am hellen Tage gilt.

Sie kam und ging im Buchenwald
Mit ihrem leisen Schuh,
Die Liebesnacht, mein Rufen hallt
Nach dem verlornen Du.
Ich tauschte sanfte arger Not,
Ach ließe ich, wenn Morgen droht,
Der mir ihr süßes Weh verbot,
Nur beide Augen zu!