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Aus »Idäisches Licht. Zweites Buch«. Gedichte 2006, Vers 13368 bis 13407

HEIMSEGELND


Waltend in endloser See und den Himmelsfiguren,
Drin sich der Zeuge verirrt im Gesangsritual,
Sagen verpflichtet und kaum noch erkenntlichen Spuren,
Wo das Vergessen die Manen zerstört zu Lemuren
Und wo versperrt ist der Weg zu der Schlange vom Aal,

Trau, Samothrakes gedenkend, den Dioskuren,
Die offenbarten, wie Gott sich dem Sterblichen mischt,
Kehrst du zur Wolfzeit und zu den Diktaten der Uhren,
Weist sie die Treue dir aus als die rechten Auguren,
Wenn auch der Nebel den sonnigen Himmel verwischt.

Führt dich ihr Schicksal zu Eris’ verderblicher Frage,
Neigt sich die Waage zu Hektor nicht, noch zu Achill,
Ist es dir gleich, ob die Götter Gesang oder Klage
Spenden, gewinnst du die Dauer unsterblicher Sage,
Steht doch der Wurfspeer im Aurum des Opfernden still.

Hymnos ist aller Gesang, der die Tat vor Passionen
Preist und dabei auch die ruchlosen Taten nicht schont,
Er ist ein stärkeres Medium, als wir es bewohnen,
Über der Ode des Siegs und dem Drama der Drohnen
Steht der Gefallne, der über den Schlachtfeldern thront.

Dir ist die Heimat noch bittrer als Tran eines Rochen,
Die dich nicht kennt und sich selber das Opfer verwehrt,
Wer, von Verheißungen, die er nicht zugibt, bestochen,
Erbe verschleudert und sämtliche Eide gebrochen
Hat, wird erkannt, wenn ers frech als vergeblich entehrt.

Letzte Sporaden, die noch von dem Flußmunde trennen,
Gönnten dich Delos, doch nie dem verzichtenden Pfad,
Soll ihr Gesang, die Sirenen verwirrend, berennen,
Wissen sie Heil, das die Sprache nicht wagt, zu benennen,
Eh du tieftraurig erreichst das vertraute Gestad.

Frei nun zu kehren zu Gräbern, Geschwistern und Laren,
Findest du Thrakien geschändet von Steinöl und Pech,
Felder versteppen, die fruchtbar seit zweitausend Jahren
Segneten Griechen und opferten sich den Barbaren,
Die aber tobten noch niemals so sicher und frech.

Ahornrot blutet der Wald, daß das Reich sich erneuer
Und sich das Echo verfänge in Kescher und Reus.
Unbekannt ist dir, wer Anker, Getakel und Steuer
Führt, ob ihn Ida erhell oder Pfingsten befeuer,
Aber im Herzen durchloht dich der Himmel des Zeus.