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Aus »Traum von Atlantis«. Gedichte 1994, Vers 9425 bis 9448

PANCHAIA


Atlantis schuf den Dichtern ein Metier,
Das später als Utopia ward bekannt,
Ein Reich, das fern von den Historien steh,
Und aller Träumer Recht und Unterpfand.

Euhemeros kreuzte durch das Rote Meer
Gen Idia unter des Passats Befehl,
Arabien schien ihm glücklich, höchste Ehr
Erwies er Okeanos’ Archipel.

Dort soll Panchaia fern von Dekadenz
Das Volk vereinen im Gemeinschaftsglück,
Das Streben nach Gewinn, kein Bürger kennts,
Was man erhält, gibt man vermehrt zurück.

Das Eigentum, das Hader schafft und Zwist,
Ist dort gemein, im Tempel sagt die Schrift,
Daß göttlich nur des Menschen Dienen ist,
Und daß man rings auf künftge Götter trifft.

So mancher hält dies für der Weisheit Kern,
Doch ist dies Kindsglück nur gemacht für den,
Dem alle Sehnsucht und die Schöpfung fern,
Und der bereit ist, sich im Kreis zu drehn.

Wer mehr verlangt, erfährt schon bald, daß Gott
Nicht nur erhält und Gleichklang will im All,
Nicht wächst die Welt im Dämmer und im Trott,
Sie lebt im Streit und sucht Triumph und Fall.