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Aus »Der Seerosenritter«. Gedichte 1990, Vers 4174 bis 4197

GLATISANT


Gepolter und Gebell verrät
Dem müden Reiter Glatisant,
Wer nicht mehr weiß, wie früh, wie spät,
Der wird von solchem Lärm berannt.

Ein Schlangenkopf am Leopard,
Ein Leuenschwanz und Hirsches Huf,
Das Tier, das Zoologen narrt,
Beweist sich durch den Kläffer-Ruf.

Nur wenn es trinkt am kühlen See,
Schweigt das Gekeif in seinem Leib,
Du jagst es durch Geblüh und Schnee,
Doch ist dein Mühn nur Zeitvertreib.

Kein Jäger je das Wild gewann,
Daß sich verbirgt und jäh das Pferd
Erschreckt und jede List ersann,
Daß, was du tust, zuletzt verkehrt.

Doch ists gewiß kein arger Schelm,
Da Pedrag starb, da weint es gar,
Es strafft dem Ritter Brust und Helm,
Der ziellos ohne Queste war.

So hat es Gott der Welt geschenkt,
Daß es uns sporn zu Tat und Fahr,
Und weil es kein Verfolger fängt,
So spornt es uns auf immerdar.