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Aus »Weckruf und Mohn«. Gedichte 1988, Vers 2369 bis 2382

VISION DES GESANGS


Ein Hochplateau als See, am Rand bestricht
Von Wasser, das in Dichte Nebel fällt,
Vereinzelt deutet Felsiges auf Welt,
Die sich entzog zu schweigendem Verzicht.

Schneeschmelze, bläulich im aprilnen Zelt,
Auch diese Landschaft ist ein Angesicht.
Die Jahre fliehn, und wir bemerken nicht,
Wie sich das Bild in neue Rahmen stellt.

Es sind die Stunden, die die Sanduhr mißt,
Melancholie, die ihr Geheimnis webt,
Die Form der Sprache, die sich selbst vergißt.

Die Sicherheit, die in den Dingen lebt,
Aus Rissen schimmert und für kurze Frist
Die Welten auftut und zu Welt erhebt.