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Aus »Schnitterfest«. Gedichte 2011, Vers 38295 bis 38334

DICHTERLINGE


Sieh mal an: sie dichten wieder,
Und ein Reim ist nicht zur Hand,
Plustern eitel das Gefieder,
Weil sie keine Seifensieder,
Die ein altes Handwerk band.

Wozu liedhaft und gefällig?
Pauker solln Grammatik ehrn!
Was zerhackt und schlaglochdellig
Herkommt schaum- und staubgesellig,
Braucht Kritik sich nicht zu wehrn!

Wozu sich das Hirn verrenken?
Etwas Mystik hilft doch stets!
Wer da will, soll sich was denken,
Und wer nicht, der mag sichs schenken!
Absatz, Punkt – und weiter gehts!

Wird geklatscht, ist schon bewiesen,
Daß der Dichter weiß bescheid,
Wer sich traut, das zu vermiesen,
Und mit Fragen nervt, mit fiesen,
Tuts doch bloß aus blankem Neid.

Wer da reimt, erlaubt Vergleiche
Mit den Meistern einst und heut,
Doch die Wildsau nutzt die Eiche,
Daß es ihr zum Wohl gereiche
Und auch ihre Ferkel freut.

Kinder reimen frisch und heiter,
Weil der Mangel sie nicht stört,
Doch wer höher will und weiter
Auf der Prominentenleiter,
Weiß recht gut, wie man betört.

Rätsel machen froh den Deuter,
Darum meid, was klar und rein,
Muht die Kuh, so lockt das Euter,
Also muß der Bärenhäuter
Ein Genie und göttlich sein.

Hält den Pegasos der Reise
Trotzdem wer für krud und krumm,
Gibt es noch die Lyrikpreise,
Daß sich schwarz auf weiß beweise,
Wer begnadet und wer dumm.