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Aus »Schnitterfest«. Gedichte 2011, Vers 38023 bis 38062

BRUNSBIER


Wo zart die Orlanixe träumt,
Ists Brauch zu feiern gern und oft,
Entschuldet, was das Feld geräumt,
Herbeiposaunt, was man erhofft.

Bei Dank und Bitte ist der Geist,
Den Gärung schafft bei Hopf und Malz,
Der allertreuste Gast zumeist
Und nötig wie das Suppensalz.

Denn so wie Wunsch und Segen lau,
Wenn Augen stumpf und ohne Glut,
So nennt man, wer am End nicht blau,
Die Vogelscheuche unterm Hut.

Wenn, wie uns heut zu selten freut,
Ein Strampler sich ins Leben schreit,
Der Vater keinen Aufwand scheut,
Denn es ist Kinderpinkel-Zeit.

Bekanntlich ist das Harn-Gerinn
Zur Windelzeit ein Kernproblem,
Das Bier, dem Fließen Zweck und Sinn,
Macht vor, wies zünftig und bequem.

Drum sein geladen Schluck und Specht
Zum Gerstensaft, der goldig fließt,
Eh dieser Reichtum schal und schlecht,
Verdroschen sei, wer nicht genießt.

Doch hört, eh ihr besoffen singt
Und macht die Dichtung mir obszön,
Nicht nur daß man Gestricktes bringt,
Ist dieser Tag so lang und schön.

Auch Sitte ists, daß wer hier weilt,
Den eignen Kindersegen zähl,
Und eh die Fruchtbarkeit enteilt,
Die Nacht zum guten Hoffen wähl.

Damit was wir vom Herrn erflehn,
Fürs Madel, dem die Sünd noch fern,
Die Obhut im Zusammenstehn,
Von Lenz bis Herbst den guten Stern,

Noch oft mit Inbrunst und Gelall
Sei laut, bis selbst die Orla baff,
Neun Monde sein zum nächsten Stall,
Bis voll Geplärr das ganze Kaff.