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Aus »Kursachsenspiegel«. Gedichte 2010, Vers 37046 bis 37065

RITTERGUT REUSA


Im Jahre nach vorletzter Hundertwende
Hat Plauen Reusa sämtlich aufgekauft,
Drum ist die Macht des Rates nicht zu Ende,
Wenn schattenfrei ihr durch die Heide lauft.

In frührer Zeit, weiß der Chronist zu sagen,
Den Zugriff widerrief manch dürres Jahr,
Zurück zur Freiheit gehts in unsern Tagen
Nicht mehr, was auch die Kasse offenbar.

Verniedlichend der Schreiber hieß die Beute
Ein Vorwerk, wo das Gut an manchen Stelln
Selbst Vorwerk hatte, Hufe dort und Leute,
So macht man kurz den Meister zum Geselln.

Nun hundert Jahre später gilt als Posse
Der Anfang, daß kein Dorf mehr selber schafft,
Ob Unternehmeranwalt, ob Genosse,
Man saugt aus jedem Flecken Seim und Saft.

Gemeinde sein war schließlich nur noch Bürde,
Zu zahlen, was wer anders gut befand,
Erst wenn das Dorf zurückbekommt die Würde,
Kann wieder Frieden sein im deutschen Land.