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Aus »Trichterwinde«. Gedichte 2009, Vers 33560 bis 33647

VATERLAND


Kein Volk der Welt verleumdet ist
Wies deutsche schon seit Jahr und Tag,
Dies paßt zu unserm Heiland Christ,
Dem Häme kam zu Weh und Plag.
Die Dornenkrone freilich trägt
Den Himmel, drum, wer reiflich wägt,
Der bleib in seiner Klage leis
Und schimpfe nicht in gleicher Weis.

Der Herr uns gute Weisung gibt,
Vergebung ohne Scham und Scheu,
Doch daß man seine Schinder liebt,
Voraussetzt Buß und echte Reu.
Wahrhaft muß alle Liebe sein
Und gründen nicht auf bloßem Schein,
Drum Arglist sei als arg bekannt,
Und wer verleumdet, sei genannt.

Kriegslüstern nennt man deutsches Blut,
Auf Unterdrückung aus und Raub,
Und mittlerweil verlangt es Mut
Zu streiten diesem Aberglaub.
Nomaden suchen Streit und Trug,
Der Bauer aber zieht den Pflug,
Der Deutsche hofft auf Erntedank,
Hat winters gerne Mehl im Schrank.

Es kommt schon vor, daß er beim Bier
Mal großtut und mit Waffen prahlt,
Doch merkt sogar im Stall das Tier,
Daß dieser wie ein Säugling stahlt.
Kein böser Stachel löckt ihn scharf,
Er achtet, was ein Christkind darf,
Macht Jähzorn ihn und Galle blind,
Erweckt das Kreuz im Mann das Kind.

Die Schrecken Krieges sind bekannt
Dem Deutschen wie wohl keinem noch,
Die Heere zogen übers Land,
Verbrannten selbst die Maus im Loch.
Zwar Deutsche oft im Waffenrock,
Jedoch ein Fremder schwang den Stock,
Ein Römer, ein Franzos, ein Schwed
Macht, daß der Schwab nach Pommern geht.

Daß dieses Joch nicht länger schind,
Schuf Bismarck uns den Preußenstaat,
Kaum daß den Mächten sprachs der Wind,
Schon säte man die Drachensaat,
Die Presse warnt vorm Untergang,
Bestünde dieses Reich noch lang,
Und stündlich ging da Meldung ein,
Der Deutsche sei so hundsgemein.

Zwar dacht man so nicht überall,
Doch nur auf England starrt die Welt,
Dort war das Reich ein klarer Fall,
Denn deutscher Fleiß bedroht das Geld.
Drum täglich tönts sirenenschrill,
Der Deutsche alle Länder will,
Willst nicht als Gaul in sein Gestüt,
Vor deutscher Gier die Welt behüt.

In Deutschland gings derweil so gut,
Der Meckrer kriegt den Mund nicht voll,
Den ärgerte des Schutzmanns Hut,
Die Flotte treib den Spaß zu toll,
Wenn deutsches Wort der Brite druckt,
Ein jeder sich der Meinung duckt,
In Deutschland sind Verbrecher dran,
Nichts lähmt den Kaiser, wenn er kann.

Zwei Kriege legten Deutschland lahm,
Und Propaganda nachts und tags
Ließ wiederholn die Deutschen zahm,
Das deutsche Land, verrecken mags.
Wer einer dies nicht süßlich schluckt,
Der sieht sich, eh er aufgemuckt,
Vor Richtern, die sich fragen nur,
Ob Psychiatrie die beßre Kur.

Da die Vernichtung man beschloß
Ist Lähmung nur ein Zwischenstand,
Ob auch das Gift in Strömen floß,
Zuckt doch im Ansatz noch die Hand,
Drum treibt man fremde Menschen her,
Daß steuerbar ein Mischvolk wär,
Und macht die Deutschen schwul und feist,
Daß niemand sich mehr Kinder leist.

Daß sie so friedlich, so naiv,
Bringt sie dem Feinde auf den Leim,
Die Deutschen schlucken jeden Mief
Und nennen ihn ein stolzes Heim,
Wem Uno, Nato, Bundestag
Wohl nutzen, stellt sich keine Frag.
So feiern wir, daß Zeit noch bleibt,
Bis man uns auf die Schlachtbank treibt.