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Aus »Waldeinsamkeit«. Gedichte 2008, Vers 30616 bis 30639

DER GLÄUBIGE


Heb halb die Arme, spreiz die Hand,
Du bist es nicht, der etwas bringt,
Nicht schmückst du dich mit Hab und Tand,
Derweil die Stirn mit Engeln ringt.

Was deine Kargheit unterstreicht,
Lenkt meinen Blick aufs strenge Haupt,
Das der Betrachter nicht erreicht,
Weil im Geheimnis haust, wer glaubt.

Die Welt mag eitel sein und dreist,
Dies geht dich nicht im Traume an,
Wohin dein Zeigefinger weist,
Kein Bleistiftstrich bezeichnen kann.

Das Unsichtbare füllt den Raum
Und dein Gemüt, so jung wie alt,
Und im Verfließen fühlt sich kaum
Die hingegebene Gestalt.

Dies ist die Jugend nicht, die lärmt
Und auf dem Anger tanzt und wirbt,
Ein Falter, der im Dämmer schwärmt
Um den, der für die Menschen stirbt.

Denn wer das Ewige geschaut,
Der hat so sehr am Himmel teil,
Daß uns zu frösteln scheint die Haut
Als Opfer für das Seelenheil.