Willkommen

Lebenslauf

Aktuell

Werke

Publikationen

Video

Leserstimmen

Verweise

Besucherbuch

Impressum
 
voriges Gedicht nächstes Gedicht

Aus »Gefangener Schwan«. Gedichte 1984, Vers 1193 bis 1220

SYMBOLE


I

Der dunkle Tropfen deines Augs verginge,
Und Federn fielen ab von deiner Sohle,
Gebär den Himmel nicht und seine Schwinge
Die unverhüllte Sprache der Symbole.

In ihnen wohnt, was aller Traum ersonnen,
Und was den Tiefen mengt das Abwärtsweisen.
Und was wir leichthin und im Licht bereisen,
Ward ihren Schattenspielen abgewonnen.

Sie sind bedächtig eingefügt dem Drange
Des Geistes, der im ewigen Gesange
Sie Runen nennt und raunende am Rande

Der Wasser und sich sicher wähnt im Lande,
Doch wechseln sie, wie Spieler tun, Gewande
Und schrecken ihn als ungezähmte Schlange.


II

In allen Dingen ruht derselbe Glaube,
Der tiefer als das Leben in Figuren
Das Urbild wahrt, damit es erst erlaube
Der Zeiten übergroße Lebensuhren.

Das Handeln, das auf pergamentnen Schalen,
Die leicht zerreißen können, glaubt inmitten
Der Macht, die es verwirft, den Initialen,
Die es vom Wahn der Dinge abgeschnitten.

Doch stünde es um Himmel auch der Frühe
Nicht traurig, dürften solche Eitelkeiten
Zu Zorn, zu allzu-menschlichem verleiten?

Und ist nicht Wahn genug, daß es der Mühe
Der Tiefen, die der Traumtanz aufgebrochen,
Bedürfte, solchen Mut zu unterjochen?