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Aus »Das Murmeln der Ilm«. Gedichte 2008, Vers 27738 bis 27777

ILMTALBRÜCKE


Am Ufer Langewiesen-hin
Ist flach das Tal und leis der Bach,
Du hast kein lautes Zeug im Sinn,
Und Poltrer sind nicht deine Sach,
Daß aus der Flasche floh der Dshinn,
Verkündet bald ein greller Krach,
Und eh er endlich wieder drin,
Wird ärgrer nur das Ungemach.

Die Bahn fuhr einst die Ilm entlang
Mit dunkler Hupe, hellem Pfiff,
Sie mischte sich dem Murmelsang,
Bis ein Dämon die Macht ergriff.
Sie meidet nicht mehr Ried und Hang,
Sie spannt sich wie das Sonnenschiff
Die Trasse, die den Genius bang
Verzagen läßt am Muschelriff.

Gigantisch spannt sich das Gestell,
Metallne Kraken wühln im Staub,
Die Teiche rings vertrocknen schnell
Die Sonne nährt nicht Halm und Laub,
Du trottest stumm wie der Gesell
Und wähnst, daß dir es keiner glaub,
Hier schindet weit das Auland-Fell
Der unverfrornste Heimatraub.

Seit Vorbild ward der Flugverkehr,
Sind Radien weit und gnadenlos,
Wer ohne Rücksicht kommt daher,
Dem ist die Welt ein Reißbrett bloß,
Daß ihn das Fröschequake scher,
Sind die Profite viel zu groß,
Und wer da reist, der fühlt nichts mehr
Vom Bluterguß im Tannland-Schoß.

Drum mach nicht mit beim bösen Wahn,
Der ärger als der Vogel Rock
Das Land zerhackt, der Deutschen Bahn
Zieh immer vor den Wanderstock,
Auch wer da front im gelben Kran,
Wird hungern nach dem Börsenschock,
Dann zieht dem Bahnvorstand den Zahn
Das Aus für alles Abgezock.