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Aus »Zwischen Dünwald und Pleiße«. Gedichte 2008, Vers 24119 bis 24151

AM KYFFHÄUSERMEER


I

Im Kyffhäusermeer kennt der Hecht keine Not,
Er trägt nicht nach Würmern und Egeln Begehr,
Der Überfluß schafft auch dem Räuber das Brot
Im Kyffhäusermeer.

Du liebst sie, die klatschenden Wogen so schwer,
Im Blauhimmel grüßt dich der Milan so rot,
Als rufe das Ufer die Traumarche her.

Dies ist eine Stunde, wo zärtlich der Tod,
Und fänd man am Morgen den Schlafmantel leer,
So schaute Atlantis dein leibloses Boot
Im Kyffhäusermeer.


II

Am Ufer des Sees ruhn die Molche besonnt,
Dir klimmt eine Ameis am Nagel des Zehs,
Und klein scheint im West die gewittrige Front
Am Ufer des Sees.

Du labst dich am Rotwein aus spätester Les,
Entkorkst eine Flasche, der Freund nennts gekonnt,
Da hier ist nicht Durst nach dem Heimeln des Tees.

Der Wind, der sich stärkt, ist dir Segel und Pont,
Drum sei um den Dämmer nicht Furcht und Gewes,
Es zählt nur das Blut, das den Herzraum durchwonnt
Am Ufer des Sees.


III

Im innersten Kreis wird geschwelgt und gelacht,
Und gälts ein Vermögen, begossen nun seis,
Denn nichts wird als halbes und dürftig gemacht
Im innersten Kreis.

Der Wein ruft die Weisheit, auch wenn er nicht weiß,
Der Trinker wird sanft von den Engeln bedacht,
Und was da die Welt war, ist längst nicht mehr heiß.

Vom Schatten des Kyffes entblaut sich die Nacht,
Die goldene Flamme entschlägt sich dem Reis,
Daß weithin loh deutlich, hier werde gewacht
Im innersten Kreis.