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Aus »Rhön und Rennsteig«. Gedichte 2007, Vers 22023 bis 22070

OECHSEN


Bewaldet und steil ist der Rager
Ein Muß für den fernfrohen Blick,
Hier trifft auf den Deuter der Wager,
Die Norne auf Runengeschick,
Das Mittsommerkreuz auf dem Kamme
Auf Schottland und Gotland verweist,
Dein Rothaar von keltischem Stamme
Hier heller als anderswo gleißt.

Im hessischen Kegelspiel lohte
Der Abend nach sonnigem Lauf,
Basaltene Halden und Schlote
Tun Reiche der Mitternacht auf,
Hier mag mancher Wandrer verschwinden
In zeitlosen Hallen aus Traum,
Daß niemals die Sterne ihn finden
Noch Wogen ihn grüßen mit Schaum.

Hier ist das Gespinst des Geheimen
So dicht, daß ein Hauch es zerreißt,
Drum schweige in dunkleren Reimen,
Was du dir erahnst oder weißt,
Dein Teil ist bereit sein der Stunde,
Da Staub sich verdickt zur Kontur,
Dann lies der Gefallenen Kunde,
Und spüre im Herzen die Spur.

Das Tannhäuserland zu durchqueren,
Fuhrst du von der Saale zur Rhön,
Dir lachte im Harschen und Hehren
Der Nordwind mit grimmigen Bön,
Der Süd hat im Korn dir gesäuselt,
Die Rebe zum Drachen geführt,
Im Stein, der den Moorweiher kräuselt,
Hast du deine Schritte gespürt.

Was Bilder und Zeichen beginnen,
Erscheint dir als Nahn und Advent,
Aus uralten Quellen entspinnen
Sich Künfte, die keiner noch kennt,
Die Macht der verborgenen Weihe,
Die Anspruch und Anschaun vereint,
Formiert die berittende Reihe
Und ordnet nach Freund und nach Feind.

Einst wird eine freiere Jugend
Die Banner erwecken mit Blut,
Die Schmach unterscheiden der Tugend,
Und Feigheit von fürstlichem Mut,
Daß Gichten des Alters verlierend,
Sie frohe Gemeinschaft gebiert,
Dem irischen Kreuz salutierend,
Vom Oechsen zu Tale marschiert.