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Aus »Rhön und Rennsteig«. Gedichte 2007, Vers 22151 bis 22190

KRAYENBURG


Die Wand des Pallas, Zeichnern hold,
Lädt dich zum Hoftag, Würden-reich,
Taucht dich der Traum in solches Gold,
Sei deins der hohen Kunst gezollt,
Im Hoffnungssaal den Ahnen gleich.

Die Krähe hockt auf Sims und Trumm,
Manch Reis fand auf der Schräge halt,
Die Ritter sind im Frühwind stumm,
Die Aster spricht, das Jahr ist um,
Und Erlenkönig wacht im Wald.

Was suchst du zwischen Staub und Stein
Im Jammer, der den Trost nicht weiß?
Hier wird kein Kaiser-Herold schrein,
Hier kehrt auch Margaret nicht ein,
Hier trifft das Herz auf harsches Eis.

Hier wird der Dichter nicht gestört
Von Setzung, die Erfindung engt,
Wo jeder Schritt dem Traum gehört,
Kein Lockruf, kein Geklag betört,
Wird ihm ein leeres Buch geschenkt.

Doch ist der Dichter hier nicht frei,
Die Stille lockt gar manches Lied,
Daß dieser Traum der ihre sei,
Trat manche Zung dem Bunde bei,
Der sich an diesem Ort vollzieht.

Noch sind im deutschen Volke wach
Die Stimme und der Vogelgeist,
Daß auch der Sporn bei Kieselbach
Gewölbe ruf und reiches Fach
Dem Träumer, dem der Genius weist.

So wuchs hier das Gesind des Walds
Und schuf ein unsichtbares Band,
Darin der Glanz von Burg und Pfalz
Und deutschen Wesens Kern und Salz
Die Heimat und die Hoffnung fand.

So schau in diesen zarten Mühn
Den Taubenfuß, der Schelm und Schurk
Bezwingen wird samt Putz und Bühn,
Daß sich der Adler wieder kühn
Erobern kann die Kreyenburg.