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Aus »Saalisches Lied«. Gedichte 2007, Vers 21592 bis 21631

CALBE


Ein Verleger deutscher Dichter
Druckern ist kein Werbeziel,
Etwas nettere Gesichter
Gab es, als die Mauer fiel,
Auftraggeber aus dem Westen
Warn für Auftragsarme Salbe,
Und so schiens Arnshaugk am besten,
Daß gedruckt werd nun in Calbe.

Auf der Zugfahrt über Halle
Warn Montagebögen dick
Lästig und in manchem Falle
Grund für einen bösen Blick,
Dann vom Bahnhof herzuschleppen,
Was verzapft der Questen-Albe,
Zeigt Verleger als den Deppen,
Der kein Auto fährt nach Calbe.

Anders war da der Vermittler,
Der versprach, ein Reibach wärs,
Schnittig wies der Zeitungskrittler
Abtut, keinen einzgen schers,
Einer schwätzt, der andere schuftet,
Und am Ende halbe, halbe,
Recht hat, wer am besten duftet,
Und das gilt doch auch für Calbe.

Wird der Kurs der D-Mark schlapper,
Weil da günstig wird uniert,
Ist die Lust zum Auftrag knapper,
Der doch anders kalkuliert,
Weil doch der Vertrag geschlossen,
Als das Westlied sang die Schwalbe,
Wird der Schwedentrunk genossen,
Doch in Staßfurt, nicht in Calbe.

Drum bist du ein guter Drucker,
Geh da niemals auf den Leim,
Deutsche Dichtung ist kein Zucker,
Brotlos bleiben Vers und Reim,
Darum nimm es ehr gelassen,
Daß das Auftragsbuch verfalbe,
Als mit Dichtern zu befassen
Unsern Wirtschaftsstandort Calbe.