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Aus »Saalisches Lied«. Gedichte 2007, Vers 21244 bis 21283

UTA UND EKKEHARD


In Naumburg am Ufer der Saale
Sei herrlichem Wunder nicht faul,
Dort folge der Unstrut zu Tale,
Geleitet von Peter und Paul,
Im Westchor stehn Stiftergestalten,
Die zweihundert Jahr nach dem Tod
Nicht länger die Grabstatt behalten,
Da Neubau der Bischof gebot.

Die Uta von Ballenstedt, traulich
Dem Ekkhard von Meißener Mark,
Sie rafft ihren Mantel gar fraulich
Da sie ihre Kehle verbarg,
Ein Träumen umspielt ihre Braue,
Die Linke gespreizt, fingerfrank,
Fragt noch ob ihr Zögern sich traue
Zu spüren des Herzens Gewank.

Mit bannender Geste der Gatte,
Zeigt Sehnen und Schlankheit gespannt,
Die Locken umkräuseln wie Watte
Den Hagren mit herrischer Hand,
Die Augen durchbohren die Weite,
Der Gurt ziert gerade und schmal,
Er zeigt sich erfahren im Streite,
Als frühtags umkämpft war das Tal.

Hier schaust du, was Hoheit und Adel
Bedeuten im menschlichen Leib,
Den Wandel, daß niemandes Tadel
Die Seele ins Randlose treib.
O Herrgott, beschere uns Fürsten,
Die Eden noch zeichnet mit Gold,
O Heiland, wir schmachten und dürsten,
Uns ist nur Vergangenes hold.

Bei Uta und Ekkhard zu weilen,
Ein seltener Meister erlaubt,
Die Wunden der Wolfszeit verheilen,
Wenn einer mit Turmstärke glaubt,
Solang solche Wunder beharren
Auf Würde und fürstlicher Treu,
Wallfahren als gotische Narren
Wir weiter zu Lilie und Leu.