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Aus »Saalisches Lied«. Gedichte 2007, Vers 20681 bis 20704

HEIDECKSBURG


Thronend überm Rudolstädter Markte,
Strahlt ein Bau, der, oft von Brand verheert,
Mählich mit dem Grafenstamm erstarkte,
Bis den Herrn die Fürstenwürde ehrt.

Keiner frönt wie dies Geschlecht im Lande
Dem Barock mit Nischen, Logen, Stuck,
Wo der Saal im wallenden Gewande
Bannt der Zeiten Zwist und Sorgendruck.

Wo sich Reichtum mählt dem stolzen Erbe,
Seit der Orlaburg die Feste ließ,
Weht, daß es den Himmel blauer färbe,
Schwarzburgs Banner über Wall und Fries.

Heute ist das stolze Haus erloschen,
Auch das Volk, das einstens Jubel sang,
Sieht sich wie die Tennen, drauf sie droschen,
Immer mehr bedroht vom Untergang.

Schwermut nistet im Gemüt der Saale,
Diesel rußt auf Mauer, Dach und Sims,
Turmhoch steig und sing dem stummen Tale:
Schau dein deutsches Schicksal an und nimms!

Nichts ist noch verlorn solang wir leben,
Unser Gott liebt hohen Mut und Tat,
Eher wird dies Land zu Meer und eben
Als im wachen Geist das Krumme grad.