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Aus »Orlagau«. Gedichte 2007, Vers 19174 bis 19213

KÖRNERLINDE


Als Preußen der Franzosenknut
Entgegentrat mit freien Scharn,
Ergab Major von Lützows Hut
Der Körner sich mit Haut und Haarn.

Durch Buttelstedt und Lobeda
Zog der zum Markt von Roda dreist,
Der Rheinbündler sich kaum versah,
Eh Lützow ihn ins Schindloch schmeißt.

Da ward gemeldt ein Großverband
Von Polen-Reitern auf die Stadt,
Da man sich tallang abgewandt,
Der Feind kein Ziel gefunden hat.

Zu Pfingsten achtzehn dreizehn kam
Verwegner Zug in Neustadt an,
Da waren Pferd und Schützen lahm,
Doch gute Pfleg rasch Kraft gewann.

Nach einem Rasttag gehts nach Schleiz,
Das Volk schenkt Hab und Wünsch den Herrn,
Die Bürgerseel vergißt den Geiz,
Zeigt sich der deutschen Freiheit Stern.

Bei so viel Mut und solcher Eil,
Hat man den Dichter kaum gemerkt,
Doch man begreift nach mancher Weil,
Wie er den Kampfgeist hat gestärkt.

Nachdem der Freiheitssänger fiel,
Die Linde ward am Centbaumweg
Gepflanzt, daß sich der Jahre viel
Der Sturmwind in die Krone leg.

Dreihundert Jahr hat sie gegrünt,
Sah manch Regime und manche Schand,
Doch dann, dies ist noch ungesühnt,
Fuhr sie ein Kraftfahrzeug zuschand.

Zwar steht ein junger Folger jetzt,
Mit Pflastersteinen gut bewehrt,
Doch kaum noch wer den Körner schätzt,
Die Freiheit und die Freischar ehrt.

So müssen wohl noch hundert Jahr
Vergehn, eh dieses Baums Fanal
In gleicher Weis verwegne Schar
Zum Streite schickt im Orlatal.