Willkommen

Lebenslauf

Aktuell

Werke

Publikationen

Video

Leserstimmen

Verweise

Besucherbuch

Impressum
 
voriges Gedicht nächstes Gedicht

Aus »Orlagau«. Gedichte 2007, Vers 18934 bis 18957

ZWETSCHGE


Zwetschgen hatt ich früh schon lieb,
Wo der Baum dem Klettrer feil,
Wie ein König thront der Dieb
Und hat am Olympos teil,
Leicht vom Stein gelöste Frucht,
Süßer Saft, der rostig rinnt,
Jeder Fahr Asyl und Flucht
Bot der Baum dem Wälderkind.

Als die Säge und die Axt,
Erdigten den treuen Knecht,
Hab ich mir ein Stück gewachst
Von dem Holz, das hart und echt,
Zwar zu klein zum Geigenbau,
Doch ein Talisman im Sack,
Trug ich fort durch manchen Gau,
Was mir ließ das Fäller-Pack.

Wenn ich Mus von Zwetschgen nasch,
Schäm ich mich, daß ich nur lau
Protestiert, da Schutt und Asch
Ward der Herzog in der Au,
Und ich schwör bei seiner Seel,
Stets mit Zähnen und mit Klaun
Ihr zu wehren, wenn da Hel
Wagt, an einen Baum zu haun.