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Aus »Das Jahr des Heils«. Gedichte 2006, Vers 15660 bis 15683

SYLVESTER


Wir feiern nicht den Papst des Altertumes,
Sein Name weiht nicht das Kalenderblatt,
Uns ist der Wald, der Wahrer allen Ruhmes,
Der Hirt, der uns das Jahr zu sagen hat.

Das alte soll versinken ohne Gnade,
Und offen lockt, was lenzen uns erführ,
Dem ist um das Vergangene nicht schade,
Wer weit die Tore macht und hoch die Tür.

Die Böller schrein, die Tenne lockt die Trester
Zum Dreschen und zur Jause zwischendrein,
Wir gießen Blei und dann erlabt uns bester
Sylvaner, und ich schenk nicht mäßig ein.

Das Feuerwerk vertreibt die bösen Geister,
Und Hilke schenkt Oxalis ihrem Bärn,
Im Jahreswerk erkennt er sich als Meister,
Und braucht sich keinem anderen erklärn.

Mit Roßhaar und mit einer Fetzenlarve,
Besucht der Percht uns noch vor Mitternacht,
Und wenn hier alles sauber, spielt er Harfe
Und glockt dem Winter, das sein Teil vollbracht.

Das Jahr beginnt für Christen mit der Mette,
Zwar manchmal stört ein Knall den Orgelklang,
Dann weißt du, daß der Drache an der Kette
Wohl rüttelt, doch sich nimmer hebt zum Fang.