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Aus »Deutsche Passion«. Gedichte 2006, Vers 15539 bis 15586

KAMERADEN


Der Mensch ist ein zuchtloses Wesen,
Ein Strom, von Kloaken durchsetzt,
Zu kehren mit eisernem Besen,
Ein Stall, dessen Stampfboden wächst,
Sein Arm ist zu klein für die Tugend
Und selten entschlossen zur Tat,
Doch wird er auch Gott deiner Jugend,
Der Übermensch heißt Kamerad.

Wo Spießer und Gutmensch besetzen
Die Zeitung, den Funk und den Staat,
Das Sandkastenspiel zu verletzen,
Grüß männlich und deutsch, Kamerad.
Wer wahrspricht, wenn andere lallen,
Beweist durch sein Wort, sein Gebet,
Daß keiner vergeblich gefallen,
Solang Kameradschaft besteht.

Wir sind nicht nur Deutsche und Christen,
Wir sind Kameraden zuvor,
Zum Bürger und zum Zivilisten
Taugt keiner in unserem Korps,
Wir stehen als Gleicher mit Gleichen,
Getauft mit Granaten und Blut,
Verbrannt wie die uralten Eichen
Und treu ihrer uralten Hut.

Was Eigensinn, eitles Gehabe,
Uns blieb von der Mütter Geheg,
Das trug unser Treuschwur zu Grabe,
Es rottet vergessen am Weg,
Für uns ist die Ehre die Treue,
Und einsilbig schallt unser Ruf,
Daß Leben und Volk sich erneue
Und lebe der Geist, der uns schuf.

Wir fliehn nicht in Träume und Phrasen,
Erwarten nicht Wunder noch Glück,
Wir erbten den Kriegsmut der Asen
Und kennen kein Fünkchen Zurück,
Was wir von einander erfuhren,
Durchfurcht unser helles Gesicht
Und trägt seine Sporen und Spuren
Vor Gott und das Jüngste Gericht.

Dann mag man uns richten und prüfen,
Wie wir es im Leben gekannt,
Doch was uns die Himmel auch schüfen,
Wir halten das ewige Band,
Der Geist führt an manchen Gestaden
Das Leben zu Kunst und Gestalt,
Doch wir bleiben stets Kameraden
Und beugen uns keiner Gewalt.